Bitcoin hat den 21-Wochen-EMA verloren: Wo liegt jetzt wirklich der Boden?

Sigrid Voss
Sigrid Voss ·

Bitcoin hat den 21-Wochen-EMA verloren: Wo liegt jetzt wirklich der Boden?

Der Fear and Greed Index steht bei 35, was uns ziemlich deutlich in die "Fear"-Zone schiebt. Wenn ihr heute auf die Charts geschaut habt, ist euch wahrscheinlich etwas Unbequemes aufgefallen. Bitcoin ist nicht einfach nur leicht gesunken; er ist durch eine ganz bestimmte Linie gefallen, auf die sich Trader seit Jahren verlassen. Falls ihr euch fragt, was der 21-Wochen-EMA Bitcoin eigentlich ist und warum die Leute plötzlich in Panik geraten, geht es im Kern um den Unterschied zwischen einer gesunden Korrektur und einer Trendwende. Wir haben bereits über Bitcoin ETF Inflows geschrieben, um euch mehr Kontext zu geben.

Was passiert ist: der technische Wechsel

Einfach erklärt ist der 21-Wochen-Exponential Moving Average (EMA) der Durchschnittspreis von Bitcoin über die letzten 21 Wochen, wobei neuere Daten stärker gewichtet werden. In einem Bullenmarkt wirkt diese Linie normalerweise wie ein Boden. Der Preis fällt, prallt am 21-Wochen-EMA ab und springt wieder nach oben.

Im Moment ist dieser Boden weg. Bitcoin hat dieses Level von einer Unterstützung in einen Widerstand verwandelt. Das bedeutet, dass der EMA den Preis nicht mehr nach oben drückt, sondern jetzt wie eine Decke wirkt, durch die der Preis kaum noch durchkommt.

Wenn das passiert, ändert sich die Psychologie am Markt. Wir kaufen nicht mehr einfach nur "den Dip". Stattdessen fragen wir uns, ob dieser Dip überhaupt einen Boden hat. Dieser technische Bruch kommt gleichzeitig mit einem breiteren Markteinbruch. Die gesamte Marktkapitalisierung ist auf 2,52 Bio. $ gesunken und das Volumen bei den Derivaten ist um über 13 % zurückgegangen. Das zeigt mir, dass die aggressiven Spekulanten gerade einen Schritt zurücktreten.

Warum das wichtig ist

Ich beobachte diese Zyklen seit 2019, und ein Durchbrechen des 21-Wochen-EMA ist selten eine Belanglosigkeit. Es signalisiert, dass das mittelfristige Momentum von bullisch auf bärisch gekippt ist.

Das eigentliche Problem ist das fehlende Interesse der Privatanleger. Ich habe in letzter Zeit eine seltsame Diskrepanz beobachtet. Wie wir bereits berichtet haben, gab es eine Bitcoin ETF Kaufserie, bei der Institutionen massiv eingestiegen sind, aber der Durchschnittsnutzer nicht. Wenn die institutionelle "Wall of Money" nicht genug Schubkraft hat, um den Preis über dem EMA zu halten, wird der Markt anfällig für solche scharfen Abstürze.

Da die Bitcoin-Dominanz mit fast 60 % immer noch hoch ist, folgt der Rest des Marktes dem Anführer einfach den Abgrund hinunter. Obwohl der Altcoin Season Index bei 38 liegt, was neutral ist, macht mir die fehlende On-Chain-Aktivität Sorgen. Die Ethereum-Gas-Gebühren liegen bei mickrigen 0,18 Gwei. Das ist eine Geisterstadt.

Wo der Boden jetzt wirklich liegt

Wenn der 21-Wochen-EMA also weg ist, wo hören wir dann auf zu fallen?

Ich schaue mir zwei Hauptbereiche an. Erstens gibt es die psychologische Unterstützung. Privatanleger lieben runde Zahlen, und wir sehen normalerweise viele Kaufaufträge an großen historischen Marken. Wenn wir weiter rutschen, achte ich auf eine starke Reaktion bei den lokalen Hochs des letzten Zyklus.

Zweitens schaue ich mir die Liquiditätszonen auf den Charts an. Es gibt riesige Taschen von Liquidationen, die wie Magnete wirken. Bis wir die bereinigt haben, kann es preislich ziemlich chaotisch bleiben.

Eine Sache, die ich gelernt habe: In diesen Phasen der "Fear" ist das Schlimmste, was man tun kann, seine Assets auf einer Börse zu lassen, wo man schnell in Panik verkauft. Ich bevorzuge eine Hardware-Wallet, um meine Coins komplett vom Netz zu nehmen. Wenn ihr eine preiswerte Lösung sucht, ist der Ledger Nano S Plus für etwa 79 $ eine solide Wahl. Er nutzt einen zertifizierten Secure Element Chip, um die Keys offline zu halten. Das ist für mich der einzige Weg, nachts ruhig zu schlafen, wenn der 21-Wochen-EMA bricht.

Was ich als Nächstes beobachte

Ich sage nicht, dass wir auf Null krachen, aber ich rate zu Geduld. Ich möchte einen "Retest" dieses 21-Wochen-EMA von unten sehen. Wenn Bitcoin es schafft, wieder über diese Linie zu klettern und sie tatsächlich als Unterstützung zu halten, liegen die Bären falsch. Bis dahin ist der Weg des geringsten Widerstands entweder seitwärts oder abwärts.

Ich werde das Derivate-Volumen genau im Auge behalten. Wenn wir einen massiven Spike bei den Liquidationen sehen, gefolgt von einem völligen Versiegen des Volumens, bildet sich dort meistens der Boden. Lasst euch für den Moment nicht vom "Fear"-Index zu einem schlechten Trade verleiten, aber ignoriert die Charts auch nicht. Der Boden liegt tiefer als letzte Woche.

Handelt die News auf unserer redaktionell empfohlenen Börse: MEXC


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Sigrid Voss

Sigrid Voss

Krypto-Analyst und Autor mit Schwerpunkt auf Markttrends, Handelsstrategien und Blockchain-Technologie.


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