David Hoffman verkauft sein ETH: Ist das Narrativ "Ethereum ist tot" endlich wahr?

Sigrid Voss
Sigrid Voss ·

David Hoffman verkauft sein ETH: Ist das Narrativ "Ethereum ist tot" endlich wahr?

Ich habe die letzten Jahre damit verbracht, dabei zuzusehen, wie die sogenannten "Ethereum-Killer" kamen und gingen, nur um am Ende als Fußnoten in einem Geschichtsbuch zu landen. Aber diesmal fühlt es sich anders an. David Hoffman, eines der bekanntesten Gesichter der Bankless-Bewegung, ist gerade öffentlich aus ETH ausgestiegen und hat sein Kapital in einen Korb aus Assets wie NEAR, LIT und HYPE rotiert. Jahrelang hieß es, Ethereum sei die ultimative Wette auf die Zukunft des Internets. Jetzt sehen wir eine Verschiebung, bei der ETH langsam wie ein reifer Asset mit geringem Wachstum wirkt. Wenn ihr euch gerade fragt, welche Altcoins man statt Ethereum kaufen sollte, seid ihr nicht allein. Das ist kein Panikverkauf von ein paar Leuten, sondern eine strukturelle Änderung darin, wie das "Smart Money" die Layer-1-Landschaft bewertet. Wir haben bereits ähnliche Aspekte in unseren Artikeln über die Ethereum Investmentstrategie und den Altcoin Season Index analysiert.

Warum man jetzt aus ETH aussteigt

Das Kernargument ist simpel: Das Aufwärtspotenzial von ETH ist nach oben gedeckelt. Als ich 2019 anfing, diesen Markt zu beobachten, war Ethereum der unangefochtene König der Utility. Wer in DeFi aktiv sein wollte, ging zu ETH. Aber dieses Monopol ist vorbei. Wir erleben eine massive Fragmentierung der Liquidität.

Die Zahlen sehen für die Bullen ziemlich düster aus. Die ETH-Dominanz liegt bei 9,60 %. Und während der Altcoin Season Index bei 52 steht (also im Grunde neutral ist), ist Ethereum nicht derjenige, der den Markt anführt. Noch besorgniserregender ist die Netzwerkaktivität. Die ETH-Gasgebühren sind extrem niedrig, schnelle Transaktionen kosten nur 0,66 Gwei. Früher waren niedrige Gas-Preise ein Zeichen für einen Bärenmarkt. Heute glaube ich, dass sie ein Zeichen für Irrelevanz sind. Nutzer wandern zu schnelleren, günstigeren Chains ab, und die "L2-zentrierte" Roadmap hat den Wert der Mainchain effektiv aufgefressen.

Wenn jemand wie Hoffman in NEAR oder HYPE umschichtet, wettet er auf Assets mit höherer Volatilität und mehr Wachstumschancen. Er gibt damit im Grunde zu, dass ETH zum "S&P 500" der Kryptowelt geworden ist. Es ist sicher, es ist institutionell, aber hier verstecken sich keine 10x-Gewinne mehr.

Das stärkste Gegenargument

Um fair zu bleiben: Die Fraktion "Ethereum ist tot" vergisst oft, dass institutionelles Geld sich nicht um 0,66 Gwei Gasgebühren schert. Die Großen achten auf Sicherheit, regulatorische Klarheit und Liquidität. BlackRock und andere Giganten schieben ihre Milliarden nicht in NEAR, nur weil es schneller ist. Sie bleiben bei ETH, weil es das einzige Ökosystem mit einer bewährten Erfolgsbilanz ist, das Billionen-Ströme bewältigen kann.

Das haben wir schon einmal erlebt. Ich erinnere mich, wie 2021 alle behaupteten, Solana würde Ethereum killen, nur damit SOL nach dem FTX-Kollaps um 90 % einbrach. Ethereum hat überlebt, weil sein Fundament tiefer ist. Es besteht eine gute Chance, dass bei einer Erholung aus dem aktuellen "Fear"-Sentiment (Fear & Greed liegt gerade bei 24) die Flucht in die Qualität die Investoren wieder zurück zu ETH treibt.

Meine Meinung dazu

Ich bin hin- und hergerissen, aber ich tendiere zum Rotations-Narrativ. Die Technik der neueren Chains beeindruckt mich, aber die Tokenomics von ETH sind mittlerweile echt zäh. Der Wechsel zu Proof of Stake hat das Spiel verändert, aber er hat auch den "Burn"-Mechanismus geschwächt, der den Asset während des DeFi-Summers so knapp und attraktiv gemacht hat.

Ich glaube nicht, dass Ethereum auf Null geht. Das ist eine Fantasie. Aber ich denke, die Ära, in der ETH der einzige Weg war, um auf die Smart-Contract-These zu setzen, ist vorbei. Wer echtes Wachstum sucht, muss sich an den Rand des Marktes wagen.

Falls ihr wirklich plant, euer Portfolio in diese neueren, riskanteren Altcoins zu rotieren: Bitte lasst sie nicht auf einer Börse liegen. Ich habe zu viele Leute gesehen, die durch einen Plattform-Hack alles verloren haben. Ich nutze privat einen Ledger Nano Gen5, weil es der günstigste Weg ist, ein sicheres Touchscreen-Interface zu bekommen, ohne 400 Dollar für einen Stax auszugeben. Das ist ein kleiner Preis für die Gewissheit, dass die Keys wirklich euch gehören.

Letztendlich ist der Wechsel von ETH zu einem diversifizierten Korb aus Alts eine Wette auf Innovation statt auf Stabilität. Für die einen ist das ein Glücksspiel. Für andere der einzige Weg, in diesem Markt überhaupt noch Geld zu verdienen. Ich beobachte genau, ob diese Rotation an Fahrt gewinnt oder ob die institutionelle "Wall of Money" das ETH-Narrativ rettet. Im Moment bewegt sich das Momentum eindeutig weg vom Giganten.

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Sigrid Voss

Krypto-Analyst und Autor mit Schwerpunkt auf Markttrends, Handelsstrategien und Blockchain-Technologie.


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