Es ist gerade eine seltsame Zeit in der Krypto-Welt. Wenn man sich die Charts ansieht, fühlt sich alles schwer an. Der Fear and Greed Index liegt bei 39, was ein klares Signal ist, dass die Retail-Trader nervös sind. Die Preise rutschen ab und die allgemeine Stimmung ist von Angst geprägt. Aber wenn man hinter die Kulissen schaut, passiert etwas völlig anderes. Visa verzeichnet einen massiven Anstieg beim Stablecoin-Settlement-Volumen mit einer Run-Rate von 7 Milliarden Dollar. Ich frage mich echt, warum wir diese Spaltung sehen. Auf der einen Seite steht die "Angst-Fraktion" und auf der anderen Seite versucht der weltweit größte Zahlungsdienstleister, Stablecoins in großem Stil für Zahlungen zu nutzen.
Ich beobachte seit Jahren die Lücke zwischen dem, wie "Normies" traden, und wie das große Geld sich wirklich bewegt. Im Moment ist diese Lücke ein tiefer Canyon. Privatanleger reagieren auf 24-Stunden-Kerzen und die Stimmung auf Twitter. Wenn die gesamte Marktkapitalisierung an einem Tag um 2 % sinkt, wie es gerade passierte, um auf 2,54 Billionen Dollar zu fallen, bricht die Panik aus.
Aber Institutionen traden nicht basierend auf einem täglichen Fear and Greed Score. Die interessieren sich für Effizienz. Visa kauft nicht am Top eines Bubbles; sie ersetzen langsame und teure alte Bankensysteme durch Stablecoins. Wenn Visa Milliarden im Settlement bewegt, spekulieren sie nicht darauf, ob Bitcoin 100.000 Dollar erreicht. Sie verkürzen einfach die Zeit, die Geld braucht, um von Punkt A nach Punkt B zu kommen.
Meiner Erfahrung nach ist das die ehrlichste Form der Adoption. Es geht nicht um den "Moon" oder den nächsten Hype. Es geht darum, dass Stablecoins beim Geldverschieben einfach besser funktionieren als Systeme aus den 1970ern.
Wenn der Nutzen wächst, warum fallen dann die Preise? Ich glaube, das liegt an ein paar Punkten. Erstens stecken wir mitten in einer klaren Bitcoin Season. Der Altcoin Season Index liegt bei 38. Das bedeutet, dass die meisten Alts gerade zerlegt werden, während BTC sich hält. Geld rotiert, und das sieht oft wie ein Crash aus, wenn man einen Korb voller Small-Cap-Token hält.
Zweitens erzählen uns die Volumendaten eine verwirrende Geschichte. Das 24-Stunden-Volumen ist um über 11 % gestiegen, aber die Marktkapitalisierung ist gesunken. Für mich sieht das nach aggressiven Verkäufen oder hoher Hochfrequenz-Volatilität aus. Leute steigen aus Positionen aus, verlassen aber nicht unbedingt das Ökosystem. Sie flüchten in Stablecoins.
Das Stablecoin-Volumen ist laut den neuesten Daten um fast 11 % gestiegen. Das ist dieser "Dry Powder"-Effekt. Trader wechseln zu USDT oder USDC, nicht weil sie aufgegeben haben, sondern weil sie auf einen besseren Einstiegspunkt warten.
Für die meisten von uns ist das Ziel nicht, ein globales Settlement-Netzwerk wie Visa zu betreiben. Es geht eher darum, das eigene Kapital vor der Volatilität zu schützen, ohne alles wieder auf ein traditionelles Bankkonto zurückzuschieben.
Wenn ihr eure Gelder in Stablecoins parkt, um diese "Fear"-Phase auszusitzen, müsst ihr darüber nachdenken, wo dieses Geld liegt. Ich habe zu viele Leute gesehen, die ihre Assets während Marktturbulenzen auf Börsen liegen lassen. Manche kommen damit durch, aber das Risiko eines Plattform-Freezes ist immer da.
Ich rate meinen Freunden meistens zu einer Hardware-Wallet für alles, was sie nicht diese Woche traden wollen. Ich persönlich mag die Ledger Nano X, weil sie Bluetooth hat. Das macht es einfach, meine Stablecoin-Bestände vom Handy aus zu verwalten, ohne jedes Mal ein Kabel einstecken zu müssen. Sie unterstützt über 15.000 Coins, was sie zu einem sicheren Ort macht, um USDC oder USDT zu parken, während man darauf wartet, dass der Markt seinen Boden findet.
Ich bin kein Permabull. Ich weiß, dass ein Fear-Index von 39 meistens bedeutet, dass noch mehr Schmerz kommt, bevor wir eine echte Trendwende sehen. Aber ich weigere mich, die Visa-Daten zu ignorieren.
Wir erleben hier einen fundamentalen Wandel. Der "spekulative" Markt crasht, aber der "Utility"-Markt wächst. Das ist ein gesundes Zeichen, auch wenn es sich für das eigene Portfolio gerade schrecklich anfühlt. Die Diskrepanz existiert, weil wir uns von einem Markt, der auf Glücksspiel basiert, zu einem Markt bewegen, der auf Infrastruktur setzt.
Ich werde die Stablecoin-Dominanz und den Altcoin Season Index genau beobachten. Wenn das Stablecoin-Volumen weiter steigt, während der Fear-Index niedrig bleibt, sagt mir das, dass das "Smart Money" gerade nur nachlädt. Ich stürze mich noch nicht zurück in den Markt, aber die Visa-News machen mich langfristig deutlich entspannter.
Sigrid Voss
Krypto-Analyst und Autor mit Schwerpunkt auf Markttrends, Handelsstrategien und Blockchain-Technologie.
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