BlackRock bringt Rendite-Switch für Bitcoin: Das ist der Haken

BlackRock bringt Rendite-Switch für Bitcoin: Das ist der Haken

Sigrid Voss
Sigrid Voss ·

BlackRock bringt Rendite-Switch für Bitcoin: Das ist der Haken

Die meisten Leute kaufen Bitcoin aus demselben Grund: Sie hoffen, dass der Preis steigt. Aber für viele Anleger ist die Volatilität ein Problem. Sie wollen zwar von Bitcoin profitieren, aber gleichzeitig einen stetigen Betrag sehen, der jeden Monat auf ihrem Konto landet. BlackRock bringt nun eine klassische Wall-Street-Strategie in die Krypto-Welt, um genau das zu lösen. Wenn Sie sich fragen, wie ein Covered-Call-Bitcoin-ETF funktioniert, ist die einfachste Antwort: Der Fonds verkauft das Aufwärtspotenzial von Bitcoin gegen sofortiges Bargeld.

Die kurze Antwort

Ein Covered-Call-ETF hält Bitcoin und verkauft Call-Optionen auf diese Bestände an andere Trader. Der Fonds kassiert für den Verkauf dieser Optionen eine Gebühr (die Prämie), die er dann als Rendite an die Anleger ausschüttet. Man erhält also ein regelmäßiges Einkommen, verzichtet aber auf die Chance, von einem massiven Kurssprung voll zu profitieren.

Wie funktioniert ein Covered-Call-Bitcoin-ETF in der Praxis?

Um die Mechanik zu verstehen, muss man sich die zwei Teile des Trades ansehen. Der "Covered"-Teil bedeutet, dass der ETF den Bitcoin tatsächlich besitzt. Der "Call"-Teil ist ein Vertrag, der jemand anderem das Recht gibt, diesen Bitcoin zu einem bestimmten Preis, dem sogenannten Strike-Preis, bis zu einem gewissen Datum zu kaufen.

Wenn BlackRock diese Call-Optionen verkauft, wetten sie im Grunde darauf, dass Bitcoin nicht zu schnell über den Strike-Preis hinausschießt. Als Gegenleistung für dieses Risiko kassiert der Fonds eine Prämie. Diese Prämie ist es, die die Rendite für die ETF-Halter generiert.

Unser News-Scoring-System hat diesen spezifischen Launch als hochwirksam für die Liquidität eingestuft. Das liegt daran, dass sich die Art der Käufer im Markt verändert. Wir bewegen uns weg von "Buy and Hold"-Investoren hin zu Einkommenssuchern, denen die monatliche Auszahlung wichtiger ist als der langfristige "Moonshot".

Wo Anleger oft falsch liegen

Der größte Fehler bei diesen Produkten ist die Annahme, die Rendite sei wie Zinsen auf einem Sparkonto. Das ist sie nicht. Es handelt sich um eine Volatilitäts-Ernte.

In einem Markt, der von extremer Angst geprägt ist, wie derzeit, wo der Fear and Greed Index bei 16 liegt, können diese Produkte attraktiv wirken. Wenn die Preise stagnieren oder fallen, kann das Einkommen den Schlag abfedern. Aber Anleger vergessen oft, dass sie immer noch dem Abwärtsrisiko ausgesetzt sind. Wenn Bitcoin um 20 % einbricht, fängt die Optionsprämie vielleicht einen kleinen Teil dieses Verlusts auf, aber man hält trotzdem einen abstürzenden Asset.

Ein weiterer Punkt ist die Gebührenstruktur. Unser News-Scoring-System hat vermerkt, dass BlackRock versucht, die Konkurrenz bei den Gebühren zu unterbieten. In der Welt der Rendite-ETFs kann die Managementgebühr einen erheblichen Teil der generierten Prämien auffressen. Wenn die Gebühr zu hoch ist, wird das Einkommen zu einem Vermögenstransfer vom Anleger zum Fondsmanager.

Der Trade-off zwischen Rendite und Wachstum

Es gibt in der Finanzwelt kein Gratis-Mittagessen. Die Rendite in einem Covered-Call-ETF kommt nicht aus einer magischen Quelle, sondern aus dem Verzicht auf potenzielle Gewinne.

Bleibt Bitcoin stabil oder steigt er nur leicht, ist die Covered-Call-Strategie ein Gewinn. Man bekommt die Kurssteigerung plus die Optionsprämien. Aber wenn Bitcoin in einen massiven Bullrun startet, wird der ETF schlechter abschneiden als ein Standard-Spot-ETF. Da der Fonds das Recht verkauft hat, dass jemand anderes den Bitcoin zum Strike-Preis kauft, sind die Gewinne gedeckelt. Sobald der Preis diese Grenze erreicht, gehört das weitere Aufwärtspotenzial dem Optionskäufer, nicht dem ETF-Halter.

Wir haben ähnliche Entwicklungen in der traditionellen Finanzwelt gesehen und haben bereits berichtet, wie Goldman Sachs Bitcoin Yield Strategien den Fokus von reiner Preisaktion hin zu konsistenten Auszahlungen verschoben haben. BlackRock skaliert dies nun für die breite Masse.

Unsere Einschätzung zum institutionellen Shift

Der Start eines renditebringenden ETFs ist ein Zeichen dafür, dass Bitcoin zu einem reifen Finanzprodukt wird. Er ist nicht mehr nur ein spekulativer Token, sondern ein Baustein für komplexe Portfolios.

Wir sind jedoch skeptisch gegenüber dem Narrativ, dies sei ein "sicherer" Weg in die Krypto-Welt. Zwar gibt es einen regelmäßigen Scheck, aber das fundamentale Risiko des Basiswerts bleibt bestehen. Wir haben zuletzt eine Phase der Instabilität erlebt, und unsere Daten zu Bitcoin ETF outflows zeigen, dass das institutionelle Interesse extrem schnell umschlagen kann.

Das Vorgehen von BlackRock und Fidelity, den ETF-Sektor zu dominieren, deutet auf eine Machtkonzentration hin. Indem sie sowohl Spot- als auch Rendite-Versionen von Bitcoin anbieten, schaffen sie einen One-Stop-Shop für Institutionen. Das macht den Markt zwar liquider, bedeutet aber auch, dass einige wenige riesige Firmen massiven Einfluss darauf haben, wie Bitcoin gehalten und gehandelt wird.


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Sigrid Voss

Sigrid Voss

Krypto-Analyst und Autor mit Schwerpunkt auf Markttrends, Handelsstrategien und Blockchain-Technologie.


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