Wenn man nur die Schlagzeilen liest, sehen die Zahlen echt mies aus. Der Fear and Greed Index liegt bei 26, was im Grunde bedeutet, dass der Markt gerade vor Angst schreit. Kleinanleger werfen ihre Bestände über Bord und die allgemeine Stimmung ist pure Verzweiflung. Aber wenn ich mir den tatsächlichen Kapitalfluss ansehe, passiert da etwas sehr Seltsames. Wir erleben hier den klassischen Fall von institutionellen Bitcoin-Käufen gegenüber Retail-Verkäufen. Das "Smart Money" sammelt in aller Ruhe die Scherben auf, während alle anderen panisch zum Ausgang rennen.
Die Daten zeigen uns zwei völlig verschiedene Märkte. Auf der einen Seite haben wir die Crowd und die Spekulanten. Die gesamte Marktkapitalisierung ist auf 2,32 Billionen Dollar gesunken und wir sehen einen massiven Anstieg bei den Derivaten. Das 24-Stunden-Volumen für Derivate erreichte 990,90 Milliarden Dollar, was fast 20 % höher ist als normalerweise bei einem Preissturz. Für mich ist das ein klares Zeichen: Die Leute shorten aggressiv oder sichern ihre Positionen ab, weil sie einen noch tieferen Crash fürchten.
Auf der anderen Seite spielen die Institutionen ein ganz anderes Spiel. Während der Fear and Greed Index tiefrot leuchtet, hat BlackRock gerade 425 Millionen Dollar bei Coinbase eingezahlt. Franklin Templeton treibt eine neue Yield-Partnerschaft voran. Das sind keine Züge von Leuten, die glauben, dass das Schiff sinkt. Das sind die Züge von Leuten, die einen Rabatt sehen.
Ich habe diesen Film schon einmal gesehen. Meiner Erfahrung nach entstehen die profitabelsten Einstiege genau dann, wenn die Stimmung so extrem von der institutionellen Realität abgekoppelt ist. Retail-Trader reagieren auf die 24-Stunden-Kerze. Institutionen reagieren auf den Quartalszyklus.
Wenn Kleinanleger aus Angst verkaufen, schaffen sie die nötige Liquidität, damit die großen Player akkumulieren können, ohne den Preis zu schnell nach oben zu treiben. Wir haben dieses Muster schon früher erlebt. Ich habe bereits beschrieben, wie die Performance von Bitcoin ETFs eine klare Präferenz für BTC als Reserve-Asset gezeigt hat, selbst wenn der breitere Markt wackelt.
Die hohe implizite Volatilität für Bitcoin (45,02) und Ethereum (56,41) zeigt, dass der Markt eine wilde Fahrt erwartet. Aber die Tatsache, dass die ETH-Gasgebühren bei etwa 0,82 Gwei liegen, lässt mich vermuten, dass die eigentliche On-Chain-Aktivität tot ist. Die Leute nutzen die Technik gerade nicht; sie zocken nur auf den Preis.
Es gibt dieses gefährliche Narrativ, dass Institutionen einen permanenten Preisboden bilden. Das glaube ich nicht. Wir haben bereits Phasen erlebt, in denen Bitcoin- und Ethereum-ETFs erhebliche Abflüsse hatten. Institutionen können genauso launisch sein wie Retail-Trader, wenn sich das Makro-Umfeld ändert oder der regulatorische Druck zu hoch wird.
Trotzdem deutet der aktuelle Schritt von BlackRock darauf hin, dass sie mit der Volatilität zufrieden sind. Sie handeln nicht das Rauschen. Sie bauen eine Position auf.
Ich bin hin- und hergerissen. Ich hasse es, wenn der Markt im "Fear"-Modus ist, weil das meistens bedeutet, dass es noch mehr wehtut, bevor der Boden endgültig erreicht ist. Aber ich kann die 425 Millionen Dollar an Einzahlungen nicht ignorieren. Es fühlt sich an wie eine Feder, die zusammengedrückt wird.
Wenn Sie der Typ Mensch sind, der in Panik gerät, wenn der Index auf 26 fällt, sind Sie genau die Person, von der die Institutionen gerade kaufen. Für mich geht es nicht darum, mit einem 100x-Hebel ein fallendes Messer zu fangen, sondern meine Assets an einen Ort zu bewegen, wo ich nicht alle zehn Minuten den Preis prüfen muss.
Wenn Sie vorhaben, diese Volatilität auszusitzen, lassen Sie Ihre Coins nicht auf einer Börse liegen. Ich bevorzuge den Ledger Nano Gen5, weil es der günstigste Weg ist, ein sicheres Touchscreen-Interface zu bekommen und die privaten Schlüssel offline zu halten. Man schläft einfach besser, wenn man weiß, dass die Assets in der eigenen Tasche sind und nicht von der Insolvenz einer Börse abhängen.
Ich werde das Derivate-Volumen im Auge behalten. Wenn das Open Interest bei den Perpetuals (aktuell 453,78 Milliarden Dollar) kollabiert, könnten wir einen massiven Short Squeeze erleben, der uns wieder nach oben katapultiert. Bis dahin bleibe ich skeptisch gegenüber der Retail-Panik und beobachte das BlackRock-Wallet sehr genau.
Handeln Sie die News auf unserer redaktionell ausgewählten Börse: MEXC
Sigrid Voss
Krypto-Analyst und Autor mit Schwerpunkt auf Markttrends, Handelsstrategien und Blockchain-Technologie.

Der Krypto-Markt stürzt ab, während gehebelte Trades für Chaos sorgen. Die Marktkapitalisierung sinkt um 3,05 % bei…
Massive Bitcoin-Bewegungen von Mt. Gox schüren die Marktpanik. Trader fürchten einen Angebotsschock durch die Rückgabe…
Die TON-Blockchain von Telegram firmiert ab sofort als Gram. Das signalisiert die Rückkehr von Pawel Durow und den Fokus…

Binance erweitert sein Angebot um den Handel mit US-Aktien, doch das ist kein klassisches Investieren. Nutzer handeln…