Stablecoin-Volumen steigt um 89 %, während der Markt stagniert: Wohin fließt das Geld wirklich?

Sigrid Voss
Sigrid Voss ·

Stablecoin-Volumen steigt um 89 %, während der Markt stagniert: Wohin fließt das Geld wirklich?

Die Zahlen sehen gerade echt schräg aus. Wenn man nur auf die Gesamtkapitalisierung schaut, wirkt alles starr bei 2,56 Bio. $, und der Fear & Greed Index liegt bei 39, was ganz klar im "Fear"-Bereich ist. Aber wenn ich mir das Volumen ansehe, passiert im Hintergrund etwas Gewaltiges. Das Stablecoin-Volumen ist gerade um 89,22 % auf 102,83 Mrd. $ hochgeschnellt, und das Volumen bei Derivaten ist um fast 75 % gestiegen. Wenn ich so eine Divergenz sehe, bedeutet das meistens, dass Trader ihre Positionen neu ausrichten. Für alle, die sich fragen, ob sie für das Trading in diesen volatilen Phasen eher USDT oder USDC nutzen sollten: Es kommt meistens darauf an, ob man die tiefe Liquidität von Tether braucht oder die vermeintliche regulatorische Sicherheit von Circle bevorzugt. Wir haben uns bereits mit Stablecoin-Volumen-Trends befasst.

Was hier eigentlich passiert

Wir haben eine Situation, in der die Preise von Bitcoin und Ethereum kaum reagieren, aber die "Leitungen" unter dem Markt förmlich schreien. Das 24-Stunden-Volumen ist um fast 80 % gestiegen, während die Gesamtkapitalisierung nur um 0,06 % sank. Das sagt mir, dass wir hier keinen Massenausstieg von Kapital sehen. Stattdessen gibt es ein extrem hochfrequentes Hin und Her.

Die aussagekräftigste Zahl ist das Volumen von 914,53 Mrd. $ bei den Derivaten. Das ist eine astronomische Aktivität im Vergleich zum Spotmarkt. Trader kaufen nicht einfach nur und halten; sie hedgen, spekulieren und wechseln in Stablecoins, um "Trockenpulver" zu schaffen. Ich habe das schon früher erlebt. Es ist wie eine Feder, die zusammengedrückt wird. Das Geld fließt nicht in Stablecoins, weil die Leute aufgeben, sondern weil sie sich auf einen Move vorbereiten. Ob das nun eine Absicherung gegen die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran ist oder eine Wette auf die nächsten Fed-Protokolle, die Liquidität wird gerade positioniert.

Warum der Stablecoin-Anstieg wichtig ist

Wenn das Stablecoin-Volumen explodiert, während die Preise flach bleiben, signalisiert das meistens eines von zwei Dingen: extreme Angst oder strategische Akkumulation. Da der Altcoin Season Index bei 35 liegt, befinden wir uns immer noch mitten in einer Bitcoin Season. Das Geld konzentriert sich in BTC, und die Alts bewegen sich kaum.

Meiner Erfahrung nach ist so eine "versteckte" Verschiebung der Liquidität oft ein Vorbote. Wir haben im April bereits über einen Anstieg des Stablecoin-Volumens berichtet, der ein ähnliches Muster zeigte. Momentan liegen die Ethereum-Gasgebühren bei extrem niedrigen 0,11 Gwei, was bedeutet, dass die On-Chain-Aktivität tot ist, während das Volumen an den Börsen explodiert. Das heißt, die Action findet auf zentralisierten Plattformen statt, wo Hebel das primäre Werkzeug sind.

USDT vs. USDC: Was ist besser für volatiles Trading?

Wenn man Millionen in Volumen bewegt, ist die Wahl des Stablecoins keine reine Geschmackssache, sondern Strategie. USDT ist der unangefochtene König der Liquidität. Wenn ich hochgehebelte Perps auf einer Börse wie Bybit trade, die ein Kraftzentrum für Derivate mit tiefer Liquidität ist, nutze ich fast immer USDT. Es ist das Hauptpaar für fast jedes Asset und bietet die schnellste Ausführung.

USDC wird generell als die "sicherere" oder transparentere Option angesehen, was an den Audits und der regulatorischen Ausrichtung liegt. Ich bevorzuge USDC für langfristiges Halten oder wenn ich Gelder in DeFi-Protokolle schiebe. Aber für das aktive Trading ist die Liquiditätslücke zu groß, um sie zu ignorieren. Wenn man während eines Flash-Crashs schnell aus einer Position aussteigen will, ist USDT der Ort, an dem die Kauforders liegen.

Worauf ich jetzt achte

Ich bin kein Permabull und ich ignoriere das "Fear"-Sentiment nicht. Aber ich kann einen Sprung von 74 % beim Derivate-Volumen nicht einfach wegwinken. Wir befinden uns im Grunde in einem Patt.

Ich beobachte zwei Dinge ganz genau. Erstens die Bitcoin-Dominanz bei 60,11 %. Wenn die sinkt, während das Stablecoin-Volumen hoch bleibt, ist das ein Zeichen, dass das "Trockenpulver" endlich in Alts rotiert. Zweitens behalte ich den S&P 500 und den NASDAQ im Auge. Da der QQQ um 0,43 % gefallen ist, ist die makroökonomische Risk-Off-Stimmung immer noch spürbar.

Wenn der geopolitische Lärm nachlässt und wir einen plötzlichen Abfall des Stablecoin-Volumens bei gleichzeitigem Preissprung sehen, ist das das Signal, dass die Spannungsphase vorbei ist und das Geld endlich investiert wurde. Bis dahin behandle ich das Ganze als ein Spiel mit extrem hoher Spannung.

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Sigrid Voss

Sigrid Voss

Krypto-Analyst und Autor mit Schwerpunkt auf Markttrends, Handelsstrategien und Blockchain-Technologie.


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