Die Fed signalisiert "higher for longer" – ein Albtraum für Risk Assets

Sigrid Voss
Sigrid Voss ·

Die Fed signalisiert "higher for longer" – ein Albtraum für Risk Assets

Die Federal Reserve hat gerade einen Eimer kaltes Wasser über den Markt geschüttet. Während einige Trader einen winzigen Kurssprung feiern, schreien die zugrunde liegenden Daten förmlich nach Vorsicht. Die neuesten Signale der Fed deuten darauf hin, dass die Zinsen länger hoch bleiben werden, als wir gehofft haben. Für jeden, der spekulative Assets hält, ist das eine Katastrophe. Wenn ihr euch fragt, warum euer Portfolio gerade blutet, während die Nachrichten von "Stabilität" faseln, müsst ihr euch das Verhältnis zwischen dem US-Dollar und Bitcoin ansehen. Wenn der Dollar durch hohe Zinsen stärker wird, bekommt Bitcoin meistens kaum Luft zum Atmen. Wir haben bereits über Bitcoins steigende Dominanz berichtet, falls ihr mehr Kontext braucht.

Was eigentlich passiert

Die Zahlen zeigen einen Markt in tiefer Verleugnung. Die Marktkapitalisierung liegt bei 2,58 Billionen Dollar, was auf den ersten Blick okay aussieht. Aber schaut genauer hin. Der Fear and Greed Index steht bei 39, also ganz klar im Bereich "Fear". Die Leute haben Angst, und das sollten sie auch.

Am beunruhigendsten ist die Hebelwirkung. Das Volumen der Derivate liegt aktuell bei 635,98 Milliarden Dollar. Das ist mehr als das Achtfache des Spot-Volumens von 75,60 Milliarden Dollar. Das bedeutet, dass die aktuelle Preisbewegung nicht von Leuten getrieben wird, die Assets tatsächlich kaufen und halten. Es sind Zocker, die mit massivem Leverage auf kurzfristige Bewegungen setzen. Ich habe diesen Film schon einmal gesehen. Wenn der Markt so kopflastig ist und das Makro-Umfeld kippt, kann ein kleiner Dip eine gewaltige Liquidationskaskade auslösen.

Warum das Verhältnis zwischen US-Dollar und Bitcoin jetzt zählt

Um den aktuellen Absturz zu verstehen, muss man begreifen, dass Bitcoin nicht in einem Vakuum existiert. Er ist ein Risk Asset. Wenn die Fed die Zinsen hochhält, wird der US-Dollar für institutionelle Investoren attraktiver. Warum sollte man das Risiko eines volatilen digitalen Assets eingehen, wenn man eine garantierte, hohe Rendite bei US-Treasuries bekommt?

Das schafft ein klassisches "Risk-off"-Umfeld. Wir haben bereits das Risiko von Zinserhöhungen analysiert und wie das die Stimmung am Markt verändert. Wenn der Dollar stärker wird, saugt er die Liquidität aus allem anderen ab. Das ist der Grund, warum die Bitcoin-Dominanz stabil bei 60,17 % bleibt, während Altcoins kämpfen. Investoren flüchten nicht in "riskantere" Alts; sie verstecken sich entweder in Bitcoin oder gehen zurück in Cash.

Die Leverage-Falle

Ich muss ständig an diese 507,33 Milliarden Dollar Open Interest bei den Perpetuals denken. Das ist ein Pulverfass. Wenn die Fed weiterhin so hawkisch bleibt, steigen die Kreditkosten und die Lust auf Risiko verschwindet.

Meiner Erfahrung nach ist die gefährlichste Zeit in einem Bullenmarkt, wenn der Preis leicht steigt, aber das Sentiment auf "Fear" steht. Das bedeutet, dass das "Smart Money" bereits aussteigt und die Retail-Trader nur noch die Liquidität für diese Ausstiege liefern. Der Anstieg des Stablecoin-Volumens (um 10,25 %) sagt mir, dass die Leute an den Seitenrand wechseln. Sie kaufen den Dip noch nicht; sie bereiten sich auf einen größeren vor.

So überlebt man diese Phase

Wenn ihr gerade unter Druck geratet, ist das Erste: hört auf, Hebel zu nutzen. Mit 50x oder 100x in einem Hochzinsumfeld zu traden, ist ein Himmelfahrtskommando. Wenn ihr unbedingt traden wollt, bevorzuge ich MEXC, weil sie 0 % Maker-Gebühren auf Spot haben. Das hält die Kosten niedrig, während man auf ein echtes Signal wartet. Aber ehrlich gesagt ist der beste Move jetzt, das Exposure in Low-Cap-Alts zu reduzieren.

Ich bin außerdem ein großer Verfechter davon, Assets in volatilen Zeiten von den Börsen wegzuschaffen. Ich vertraue dem "System" nicht, dass es für mich da ist, wenn es chaotisch wird. Die langfristigen Bestände auf eine Hardware-Wallet zu schieben, ist der einzige Weg, nachts ruhig zu schlafen. Ich habe schon mehrere genutzt, aber der Ledger Nano Gen5 ist für etwa 99 $ ein solider Einstieg, wenn man die Sicherheit eines CC EAL6+ Chips will, ohne ein Vermögen auszugeben.

Was ich als Nächstes beobachte

Ich ignoriere die grünen Kerzen der letzten 24 Stunden und konzentriere mich auf zwei Dinge: den DXY (Dollar Index) und die Funding Rates der Derivate. Wenn der DXY weiter steigt und wir einen massiven Spike bei den Long-Liquidationen sehen, bekommen wir vielleicht endlich den "Leverage Flush", den der Markt braucht, um einen echten Boden zu finden. Bis dahin bleibe ich vorsichtig. Die Fed sitzt am Steuer, und im Moment fahren sie direkt auf eine Wand aus hohen Kreditkosten zu.

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Sigrid Voss

Sigrid Voss

Krypto-Analyst und Autor mit Schwerpunkt auf Markttrends, Handelsstrategien und Blockchain-Technologie.


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