
Jahrelang hat die "alte Garde" der Finanzwelt Bitcoin wie ein Spiel im Casino behandelt. Aber das ändert sich gerade. Wenn ihr bereits ein Depot habt, fragt ihr euch vielleicht, wie man jetzt Bitcoin bei Charles Schwab kauft, nachdem sie endlich die Türen geöffnet haben. Für den Massenmarkt ist das ein riesiger Schritt. Wer die gewohnte Oberfläche eines traditionellen Brokers mag, für den ist das ein einfacher Sieg. Aber ich bin seit 2019 tief in der Krypto-Welt drin und ehrlich gesagt habe ich ernsthafte Bedenken, ob das der klügste Weg in den Markt ist. Wir haben uns bereits mit Direct BTC and ETH trading beschäftigt, um mehr Kontext zu liefern.
Ihr könnt Bitcoin und Ethereum jetzt direkt über euer Schwab-Konto handeln. Ihr müsst kein neues Konto eröffnen oder eine separate App installieren. Ihr sucht die Assets einfach im Trading-Terminal und führt den Trade aus, genau wie bei einer Aktie oder einem ETF.
Der Prozess ist so reibungslos wie möglich gestaltet. Da ihr bei Schwab bereits den KYC-Prozess (Know Your Customer) durchlaufen habt, gibt es keinen neuen Papierkram.
Zuerst loggt ihr euch in euer Schwab-Konto ein. Im Trading-Menü könnt ihr nach den Assets suchen. Anstatt einen Proxy wie einen Trust oder einen ETF zu kaufen, handelt ihr direkt. Ihr legt fest, wie viel ihr ausgeben wollt, klickt auf Kaufen und die Assets erscheinen in eurem Portfolio.
Das Ganze ist extrem simpel. Man muss sich keine Gedanken über Seed-Phrasen, private Keys oder dieses beängstigende Gefühl machen, Geld an eine endlose Kette aus Zufallszeichen zu senden. Schwab übernimmt die Verwahrung, das heißt, sie halten die Keys für euch.
Hier muss ich ehrlich sein. Die Bequemlichkeit eines Brokers hat einen Preis, und ich meine damit nicht nur das Geld.
Reden wir zuerst über die Kosten. Wir haben bereits über Schwab's BTC and ETH fees geschrieben. Eine Gebühr von 0,75 % ist eine harte Pille. In der Welt der nativen Krypto-Börsen ist das teuer. Wenn man größere Summen bewegt, summieren sich diese Bruchteile eines Prozents schnell.
Zweitens, und das ist viel wichtiger, gibt es das Thema Verwahrung. Wenn ihr über Schwab kauft, besitzt ihr nicht wirklich die privaten Schlüssel. Ihr besitzt einen Anspruch auf das Asset, das der Broker hält. Wenn euch das reicht, ist das okay. Aber der ganze Punkt von Bitcoin ist: "Not your keys, not your coins". Ich habe genug Marktturbulenzen erlebt, um zu wissen, dass es ein Risiko ist, sich auf eine einzige zentrale Stelle zu verlassen. Besonders hier in Europa, wo wir oft skeptisch gegenüber großen US-Institutionen sind, sollte man das hinterfragen.
Wenn ihr gerade erst anfangt und die Vorstellung einer digitalen Wallet euch nervös macht, ist Schwab ein sicherer Ort, um die ersten Schritte zu machen. Es ist ein stressfreier Einstieg. Aber wenn ihr plant, eine größere Menge Krypto langfristig zu halten, rate ich euch dringend, eure Assets vom Broker wegzuziehen.
Ich habe immer einen Hybrid-Ansatz bevorzugt. Ich nutze vielleicht eine Plattform für den ersten Kauf, aber ich lasse meine Hauptbestände niemals dort liegen. Wer es ernst mit der Sicherheit meint, sollte eine Hardware-Wallet nutzen. Ich benutze den Ledger Nano Gen5, weil er mit etwa 99 $ erschwinglich ist und erstmals einen Touchscreen in dieser Preisklasse bietet. So behaltet ihr die volle Kontrolle über eure privaten Schlüssel. Das ist der einzige Weg, in diesem Markt wirklich ruhig zu schlafen.
Falls euch die Schwab-Gebühren zu hoch sind, solltet ihr euch native Börsen ansehen. Ich weise Leute oft auf MEXC hin, weil sie 0 % Maker-Gebühren beim Spot-Handel haben. Das ist ein krasser Gegensatz zum Broker-Modell.
Im Grunde ist die bessere Zugänglichkeit toll, aber lasst euch von der Bequemlichkeit nicht blind machen für die Kosten und die Risiken von Verwahrkonten. Kauft bei Schwab, wenn ihr müsst, aber lernt so schnell wie möglich, wie ihr diese Assets in eure eigenen Hände bekommt.
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Sigrid Voss
Krypto-Analyst und Autor mit Schwerpunkt auf Markttrends, Handelsstrategien und Blockchain-Technologie.

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