Die OpenZeppelin-Warnung ist ein Weckruf: KI verändert, wie DeFi gehackt wird

Sigrid Voss
Sigrid Voss ·

Die OpenZeppelin-Warnung ist ein Weckruf: KI verändert, wie DeFi gehackt wird

Ich habe in den letzten Jahren dabei zugesehen, wie sich DeFi von einfachen Liquidity Pools zu diesen unglaublich komplexen, ineinandergreifenden Finanz-Legosteinen entwickelt hat. Aber die jüngste Warnung des CEOs von OpenZeppelin, die quasi den Goldstandard für die Sicherheit von Smart Contracts setzen, ist eine echte Wende in der Erzählung. Er hat im Grunde gesagt, dass ganz DeFi unsicher ist, weil wir es jetzt mit übermenschlichen KI-Coding-Agenten zu tun haben. Für alle, die sich fragen, ob DeFi-Protokolle vor KI sicher sind, ist die ehrliche Antwort: Die Spielregeln haben sich gerade geändert. Wir kämpfen nicht mehr nur gegen menschliche Hacker, sondern gegen Algorithmen, die eine nadelstichgroße Lücke in zehntausend Zeilen Code innerhalb von Sekunden finden können. Wir haben uns bereits zu KI und Krypto-Sicherheit für mehr Hintergrundinformationen befasst.

Die neue Realität übermenschlicher Exploits

Lange Zeit haben wir geglaubt, dass ein strenges Audit einer angesehenen Firma ein Gütesiegel für Sicherheit ist. Ich dachte früher, wenn ein Projekt drei Audits und ein Bug-Bounty-Programm hatte, sei es "sicher genug". Aber der StablR-Exploit und die jüngste Welle raffinierter Rugpulls in Südkorea zeigen, dass die Angriffsfläche wächst.

Die Gefahr ist hier nicht einfach ein besserer Chatbot, der ein Skript schreibt. Es geht um die Entstehung von KI-Agenten, die Millionen von Transaktionskombinationen simulieren können, um einen ganz spezifischen, obskuren Pfad zu finden, mit dem sie eine Treasury leeren. Während wir zuvor darüber geschrieben haben, wie das DeFi-Komplexitätsrisiko Protokolle fragil gemacht hat, ist die KI der Katalysator, der diese Fragilität in eine sofortige Katastrophe verwandelt.

Sind DeFi-Protokolle vor KI sicher (oder warum sie es nicht sind)

Wenn Sie nach einem Grund suchen, um sich besser zu fühlen: Man könnte argumentieren, dass die KI auch den "Guten" hilft. Es gab Fälle, in denen KI Schwachstellen erkannt hat, bevor der Code überhaupt bereitgestellt wurde. Aber meiner Erfahrung nach hat der Angreifer immer den Vorteil. Ein Entwickler muss jeden einzelnen Zugangspunkt absichern. Ein Hacker muss nur einen einzigen finden.

Kombiniert man die KI mit dem aktuellen Marktzustand, sieht die Lage angespannt aus. Der Fear & Greed Index liegt bei 37, was deutlich im Bereich "Angst" ist. Die gesamte Marktkapitalisierung liegt bei etwa 2,83 Billionen Dollar, aber die eigentliche Geschichte steckt im Volumen. Wir sehen fast 96 Milliarden Dollar an 24-Stunden-Volumen, doch die Ethereum-Gasgebühren sind unglaublich niedrig. Das deutet auf eine seltsame Diskrepanz hin, bei der das große Geld auf den Börsen rotiert, aber die eigentliche On-Chain-DeFi-Aktivität stagniert. Dieser Mangel an Aktivität könnte ein Symptom dafür sein, dass die Leute merken, dass die Risiken die Belohnungen überwiegen.

Die Lücke zwischen Audits und der Realität

Ich habe genug Whitepaper gelesen, um zu wissen, dass "auditiert" nicht "unhackbar" bedeutet. Es bedeutet nur, dass ein Mensch den Fehler in einem bestimmten Zeitfenster nicht gesehen hat. Eine KI wird nicht müde, sie übersieht kein Semikolon und sie hat keine "schlechten Tage".

Deshalb werde ich immer skeptischer gegenüber High-Yield-Protokollen. Wenn ich ein Projekt sehe, das 50 % APY verspricht, sehe ich keine Goldmine mehr. Ich sehe eine riesige Zielscheibe für einen KI-Agenten. Wenn der Code komplex ist und die Belohnung hoch, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Algorithmus den Fehler findet.

Wie Sie Ihre Vermögenswerte tatsächlich schützen

Da wir uns nicht darauf verlassen können, dass die Protokolle perfekt sicher sind, ist der einzige logische Schritt, das Risiko vom Protokoll weg und zurück zu sich selbst zu verlagern. Ich war schon immer ein Verfechter von Self-Custody, aber das Sicherheitsniveau, das man jetzt braucht, ist höher als 2019.

Wer signifikante Mengen an ETH oder SOL hält, braucht einen Hardware-Signer, der es einem ermöglicht, tatsächlich zu sehen, was man unterschreibt. Die meisten Leute klicken einfach blind auf "Bestätigen" in einem MetaMask-Popup, und genau so funktionieren die meisten KI-gesteuerten Phishing-Angriffe. Ich bevorzuge den Ledger Stax genau deshalb, weil er einen großen E-Ink-Touchscreen und eine integrierte Transaction-Check-Funktion hat, um Scams vor der Unterschrift zu erkennen. Er ist mit 399 $ teuer, aber das ist viel günstiger, als das gesamte Portfolio an einen Bot zu verlieren.

Mein abschließendes Fazit zur KI-Bedrohung

Ich sage nicht, dass Sie DeFi komplett verlassen sollten, aber Sie müssen aufhören, es wie ein Sparkonto zu behandeln. Es ist ein Hochrisiko-Labor. Die Ära des "Einrichten und Vergessen" beim Yield Farming ist vorbei, weil die Raubtiere jetzt schneller sind als die Entwickler.

Ich werde die Protokoll-Updates der nächsten Monate genau beobachten. Wenn wir keinen massiven Umschwung hin zu KI-gestützter Echtzeit-Überwachung und formaler Verifizierung sehen, glaube ich, dass wir eine Reihe von "Black Swan"-Events erleben werden, die die Crashs von 2022 wie ein Aufwärmtraining aussehen lassen. Bis dahin: Behalten Sie Ihre Assets offline und gehen Sie davon aus, dass jedes Protokoll, das Sie nutzen, ein Loch hat, das eine KI bereits gefunden hat.

Handeln Sie die News an unserer redaktionell ausgewählten Börse: MEXC


Related Tickers


Sigrid Voss

Sigrid Voss

Krypto-Analyst und Autor mit Schwerpunkt auf Markttrends, Handelsstrategien und Blockchain-Technologie.


Mehr Artikel