
Die Meldungen von @DeItaone über US-Militärschläge im Süden Irans sind genau die Art von Makro-Schock, die die meisten Trader in Panik versetzt. Wenn Raketen fliegen, ist der erste Instinkt an den Märkten "Risk-Off". Das bedeutet normalerweise: Verkaufe alles, was keine Staatsanleihe oder Gold ist. Aber für uns in der Krypto-Welt ist die Reaktion nie so simpel. Die große Frage ist gerade: Ist Bitcoin ein sicherer Hafen in einer geopolitischen Krise oder einfach nur ein hochvolatiles Tech-Asset, das abstürzt, wenn die Weltbegeisterung schwindet?
Die Schläge im Süden Irans haben eine Welle der Angst durch das globale Finanzsystem geschickt. Während der S&P 500 und der NASDAQ leichte Gewinne von 0,39 % und 0,42 % zeigen, erzählt der Kryptomarkt eine andere Geschichte.
Das aufschlussreichste Datum ist das Stablecoin-Volumen. Aktuellen Metriken zufolge sprang das Volumen der Stablecoins innerhalb von 24 Stunden um 12,54 % auf 66,72 Mrd. $. Gleichzeitig sank das Volumen bei den Derivaten um 6,57 %. Für mich ist das ein klares Signal. Trader verlassen nicht unbedingt das Ökosystem, aber sie schieben ihre Chips in USDT oder USDC an den Seitenrand. Sie warten ab, ob das Ganze in einen umfassenden Konflikt ausartet oder eine begrenzte Militäroperation bleibt.
Die Bitcoin-Dominanz liegt derzeit stabil bei 60,03 %. Das zeigt, dass BTC im Vergleich zu den Altcoins seine relative Stärke behält. Der Fear & Greed Index steht bei 40, also im neutralen Bereich. Das lässt mich vermuten, dass der Markt die Panik noch nicht voll eingepreist hat oder schlichtweg taub gegenüber dem ständigen Strom an geopolitischen Spannungen ist.
Ich beobachte diesen Zyklus seit 2019 immer wieder. Es gibt diesen ständigen Kampf zwischen dem Narrativ vom "digitalen Gold" und der Realität, wie BTC tatsächlich gehandelt wird. Unmittelbar nach einem Angriff fällt BTC oft, weil er extrem liquide ist. Wenn institutionelle Fonds plötzlich Cash brauchen, um Margin-Calls bei anderen, scheiternden Trades zu decken, verkaufen sie zuerst ihren Bitcoin.
Wir haben jedoch eine Verschiebung gesehen. Wir haben bereits darüber geschrieben, wie der Safe-Haven-Trade in Zeiten extremen Chaos gelegentlich zurückgekehrt ist. Wenn Menschen das Vertrauen in das traditionelle Bankensystem verlieren oder fürchten, dass ihre lokale Währung wegen Sanktionen eingefroren wird, flüchten sie in Bitcoin.
Das Risiko hier ist der "Liquiditätsschock". Falls wir eine Wiederholung der US-Sanktionen gegen Krypto erleben, die wir zuvor analysiert haben, könnten sanktionierte Einheiten Assets abstoßen, um Gelder zu verschieben. Das erzeugt massiven Abwärtsdruck.
Wenn die Welt sich anfühlt, als würde sie brennen, ist das Schlimmste, was man tun kann, zu viel Hebel zu nutzen. Ich sehe Leute, die versuchen, die Krise mit 100x Shorts auf einer Exchange zu "hedgen". Das ist das perfekte Rezept, um durch einen plötzlichen Volatilitätsspike liquidiert zu werden.
Wenn ihr euer Risiko managen wollt, empfehle ich ein paar praktische Schritte:
Erstens: Holt eure langfristigen Bestände von den Börsen weg. In einer geopolitischen Krise steigt das Exchange-Risiko. Ob es ein Hack ist oder ein plötzlicher regulatorischer Freeze, ihr wollt eure Ersparnisse nicht in einer Hot Wallet haben. Ich nutze lieber den Ledger Nano X, weil er Bluetooth für die einfache mobile Verwaltung hat, aber die privaten Schlüssel komplett offline hält. Es ist eine Investition von 149 $, die die Variable "Börsenkollaps" aus eurem Stresslevel entfernt.
Zweitens: Erhöht eure Stablecoin-Reserven. Der Sprung von 12 % beim Stablecoin-Volumen ist kein Zufall. Wenn 20 % bis 30 % eures Portfolios in USDT oder USDC liegen, habt ihr das nötige "Trockenpulver", um den Dip zu kaufen, falls der Markt überreagiert.
Drittens: Finger weg von Low-Cap-Altcoins. Der Altcoin Season Index liegt bei 36, wir sind also fest in der Bitcoin Season. In einem Risk-Off-Umfeld fließt das Geld von den riskantesten Assets (kleine Alts) in die sichereren (BTC) und dann in die sichersten (USD).
Ich behalte zwei Dinge genau im Auge. Erstens den Ölpreis. Wenn wir eine Wiederholung der Blockade der Straße von Hormus sehen, wird die Inflation steigen. Dann könnte die Fed gezwungen sein, die Zinsen länger hoch zu halten. Das wäre ein Albtraum für Bitcoin.
Das zweite ist die BTC-Dominanz. Wenn die Dominanz Richtung 65 % klettert, während die gesamte Marktkapitalisierung flach bleibt, gewinnt der "Safe Haven"-Trade. Wenn die Dominanz sinkt, während der BTC-Preis fällt, wird der gesamte Sektor lediglich als Risk-Asset behandelt.
Bleibt für den Moment ruhig, bleibt liquide und ich bitte euch: Hört auf, mit hohem Hebel zu zocken, wenn der News-Zyklus so volatil ist.
Handelt die News an unserer redaktionell ausgewählten Exchange: MEXC
Sigrid Voss
Krypto-Analyst und Autor mit Schwerpunkt auf Markttrends, Handelsstrategien und Blockchain-Technologie.

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